Donnerstag, 10. Dezember 2009

klimawandel? ja bitte!

abgesehen davon, dass mir die vermeintlich gutmenschlichen klima-alarmisten gehörig auf den senkel gehen. und abgesehen davon, dass beträchtliche zweifel an den methoden und den ergebnissen der klimaforschung bestehen. und auch ganz abgesehen davon, dass sich das klima in den letzten paar millionen jahren schon immer recht volatil gezeigt hat (völlig unabhängig davon, ob es menschen gab und falls ja, wieviel co2 sie produzierten), gibt es ein paar argumente, die - trotz kontroverser diskussionen hier (insbesondere die dem artikel anschliessende diskussion) und hier und hier - bislang so noch gar nicht zur sprache kamen.

dies will ich hier mal nachholen:

1. ein anstieg der durchschnittlichen temperatur um 1-2 grad sollte beim überwiegenden teil der europäer (und nordamerikaner und nordasiaten) zu großer freude führen, denn wir würden uns endlich wieder dem sog. klimaoptimum annähern. als grönland noch grön war. als man in schottland und im baltikum wein anbauen konnte. als man im winter nicht tonnenweise heizmaterial verbrennen musste, um nicht jämmerlich zu erfrieren. es war, darüber besteht kein zweifel, die beste und menschenfreundlichste epoche europas und in anderen teilen der welt.

2. es wird auch verlierer geben. in sizilien wirds in 100 jahren staubig und auch die spanier dürften eine verschlechterung erfahren. diese ist aber in keinster weise existenz bedrohend (ausser für den tourismus, weil die nordeuropäer nicht mehr vor dem schlechten wetter flüchten müssen, was natürlich jede menge co2 einspart!).

3. die alljährlichen überschwemmungen - in bangladesch beispielsweise - werden ein paar meter weiter landeinwärts schwappen, ein paar inseln im pazifik werden absaufen (die nichtvulkanischen), aber seien wir mal ehrlich: die leute, die es betreffen würde, die sind heute noch gar nicht geboren. warum sollte ich mir gedanken über das mögliche schicksal von menschen machen, die es (noch) gar nicht gibt?

4. als zyniker könnte man den klimawandel auch als reaktion der erde auf die überbevölkerung interpretieren. wenn die bevölkerungsentwicklung in den betroffenen/betreffenden gebieten durch naturkatastrophen und erdreaktionen bereinigt würde, dann würde das nicht nur das klima beeinflussen, sondern auch ein indiz dafür sein, dass die erde das klima selbst reguliert.

5. natürlich weiss niemand, ob der klimawandel so weiter geht oder ob und wann es wieder andersrum geht, welche wechselwirkungen und zusammenhänge bestehen (steigt die temperatur wegen des co2 oder umgekehrt oder beides in wechselwirkung und was wäre dann ursache? wie ist das mit der sonne? und den rülpsenden kühen und den furzenden insekten?). und niemand kann voraussagen, welche bahnbrechenden erfindungen und entdeckungen in den nächsten 50 jahren gemacht werden und welche auswirkungen sie dann auch auf das klima haben werden.

6. die prognostizierten katastrophen würden also in 100 jahren eintreten. bis dahin haben aber inder, iraner, israelis, koreaner und pakistanis (in alphabetischer reihenfolge) die welt längst in die luft gesprengt. mal ehrlich: die wahrscheinlichkeit, dass im nahen, mittleren und fernen osten - in den kommenden 100 (sic!) jahren - ein atomkrieg ausgefochten wird, ist viel größer, als die wahrscheinlichkeit, dass der klimawandel voraussagegemäss eintritt. ausserdem: so ein thermonuklearer schlagabtausch dürfte sicher auch mässigende auswirkung auf die erderwärmung haben. die temperaturen würden sinken und die flüchtlingswellen wären dann zweifelsfrei menschengemacht.

7. das bringt uns zu der frage, wie wir die ressourcen verteilen wollen, um diese erde möglichst lange bewohnbar zu halten. würden wir zwei drittel der mittel (und der öffentlichen aufmerksamkeit) anstatt für das klimagedöns für die verhinderung eines atomkrieges aufwenden, und dafür sorge tragen, dass möglichst wenige - und schon gar nicht völlig irre (insb. religiös und ideologisch motivierte regime und diktatoren) - einen roten knopf zur hand haben...

...dann wäre mir wesentlich wohler!

Dienstag, 8. Dezember 2009

foxy knoxy

der fall um die in italien ermordete austausch stundentin aus england hatte natürlich auch meine aufmerksamkeit erregt. klar, geht es doch um satanistischer mord mit drogen beim gruppensex.

die sache war klar: biestige, verwöhnte, perverse amerikanische college austausch studentin bringt im drogenrausch (haschisch!) mit der hilfe ihres tumben italienischen stechers und des farbigen drogendealers (sic!) die wg-genossin um, weil diese sich einer spontanen satansdrogengruppensexorgie widersetzte. die indizien waren jedenfalls klar: amanda knox hat marilyn manson auf dem ipod und ihr freund sammelt manga comics. ausserdem poppt die kleine überall rum und scheint auf perverse spielchen in reizwäsche zu stehen, und dass sie drogenabhängig ist, bzw. einen joint am abend der tat geraucht hat, das hat sie in der vernehmung selbst gesagt.

krass. sachen gibt's. naja...

aber der fall ist dann doch nicht so klar.

nur mal angenommen, die austausch studentin aus amerika und ihr italienischer freund wären unschuldig. sie hätten tatsächlich in seiner wohnung dvds geguckt und gekifft, während in der studenten wg die engländerin erst verprügelt, dann vergewaltigt und dann grausam ermordet wurde.

der bereits verurteilte dritte täter, der haschisch-lieferant der amanda knox, ein kleinkrimineller versagertyp aus afrika, er wäre der einzige täter. er klingelt, um hasch für die knox abzuliefern, die aber nicht da ist. die hübsche wg-genossin öffnet die tür und der dealer fällt über sie her. danach täuscht er einen einbruch vor und flieht nach deutschland wo er gefasst und ausgeliefert wird. sein verfahren hatte man übrigens verkürzt, denn seine tatbeteiligung stand ausser frage. er hat 30 jahre bekommen.

das wäre doch zu einfach, oder?

ausserdem ist diese amanda knox nicht gerade ein sympathiebolzen. die faz schreibt über sie:

Auf ihrer Myspace-Seite im Internet zeigte sie sich in Marlene-Dietrich-Pose und nannte sich „Foxy Knoxy“, die scharfe Knoxy. Sie prahlte mit ihren Erfahrungen mit Alkohol und Drogen, damit, im Zug Sex mit einem Fremden gehabt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass zwischen Frau Knox und ihrer Mitbewohnerin ein Streit eskaliert sei, bei dem ihr Freund Sollecito und ein Bekannter dabei waren. Ein Wort gab das andere, Drogen waren im Spiel, irgendwann kam ein Messer dazu. Warum – das können die Ankläger nicht sagen. „Wir leben in einer Zeit der Gewalt ohne Grund.“ Sie haben lebenslange Haft für die beiden gefordert.


und das ist noch harmlos, denn neben der facebook-seite kommt auch das von der staatsanwaltschaft sichergestellte geheime tagebuch der amanda knox auszugsweise an die presse. und so füttert der staatsanwalt die presse mit allerlei unappetitlichenkeiten. dort liest man dann die intimsten intimitäten, die thematisch sich allerdings auf sex, geschlechtsverkehr und bumsen beschränken.

ein verhätscheltes college-girl, das in italien auf stecherjagd geht. so what?

aber der staatsanwalt glaubt an eine drogen- und gruppensexgewaltorgie mit okkult-satanistischem hintergrund. und macht das unsympathische mädchen fertig, indem er es einbuchtet, 17 stunden am stück und ohne anwalt verhören lässt und schmutzige details und selektiv "ermittlungsergebnisse" durchsickern lässt.

wer dieser staatsanwalt ist, gegen den übrigens zeitgleich wegen amtsmissbrauch in einem anderen fall ermittelt wird, das beschreibt dieses interview.

"When I lived in Italy, I was the target of an investigation by Mignini in which he tapped my cell phone, bugged my writing partner's car and hauled me down to Perugia for an interrogation," Preston says. "He accused me of obstruction of justice, perjury, planting false evidence and even being an accessory to murder. I am still under indictment in Italy for a string of secret crimes."

dabei geht es um den fall des "monsters von florenz", den eben dieser staatsanwalt seit 30 jahren versucht aufzuklären. allein, die okkulte satanisten gang konnte bislang nicht gefasst werden. vielleicht, weil es sie gar nicht gibt? meint jedenfalls ein journalist. und bekommt prompt ärger...

I went to Italy on Feb. 14 with my family on vacation and to do some work with Spezi on the book. I was taken into custody by the police on Feb. 22. I was brought before Giuliano Mignini. There I was aggressively interrogated for three hours by him and three police detectives. I was asked about my relationship with Spezi and questioned in great detail about our journalistic activities, our theories, thoughts, and beliefs in the case. When I explained that my activities as an investigative journalist were privileged, Mignini shouted that this wasn’t about freedom of the press, but was about a criminal matter of the “utmost seriousness,” and that if I didn’t answer the questions fully I would be arrested and charged with perjury. I was forced to answer the questions under the threat of arrest — which I did.

Mignini then proceeded to play back telephone conversations I had had with Spezi, which they had wiretapped.He played the same passages again and again, demanding to know what we were “really” talking about, demanding that I explain the “real meaning” behind every casual word we had exchanged. They had also recorded conversations we had had in Spezi’s car, which had been broken into and bugged–Spezi found the bug yesterday. When I asked if I was being accused of a crime, Mignini said he believed I had committed not one but several serious felonies–to whit: planting evidence to frame an innocent man, obstruction of justice, and being an accessory to murder — all utterly false accusations.

und wer sich die ganze story von foxy knoxy nochmal unter den nun bekannten umständen von vorne reinziehen möchte, der kann das hier tun...

inkasso

bin beim stöbern auf lawblog.de auf folgendes gestossen und habe selten so gelacht wie bei der lektüre des falls, denn genau das ist mir auch schon passiert.

es waren zwei volle leitz ordner
eine sich über sechs jahre hin ziehende, zunächst privat, dann anwaltlich geführte fehde
mit unendlich viel post und
drohungen von einem inkasso-büro und
unendlich dämlichen mitarbeitern eines internetanbieters und seiner handlanger.

und das ging so: ein provider suchte städtische dsl-testkunden, als dsl noch megafresh war. so ähnlich wie hier. selbstverständlich entstehen ihnen keine kosten. und den monatlichen fragebogen füllte ich damals gerne aus. kein problem.

dann aber wurde der test nach 3 monaten abgebrochen, der provider ging mit dem getesteten produkt "live" und bedankte sich bei den testern und schickte im nachgang eine fette rechnung über 700 DM für onlineleistungen während des testzeitraums.

ich kürze das jetzt ab, jedenfalls war die sache nach ca. 18 monaten soweit gediehen, dass ich frohgemut der annahme sein konnte, die sache sei nun aus dem weg geräumt. der freundliche brief des anbieters an meinen anwaltlichen beistand sollte mich aber nur in sicherheit wiegen, damit sich das imperium neu sammeln kann.

denn nachdem die verjährung der unberechtigten forderung drohte, ging das spiel wieder bei null los. diesmal aber flankiert durch ein inkasso büro und ein call center. und man glaubt es kaum, was einem da zugemutet wird. aber das ist eine andere geschichte.

jedenfalls kann ich jedem nur raten, eine rechtschutz versicherung abzuschliessen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

brüller

hier ein streitgespräch zwischen follath und broder, mit einem fulminanten crescendo zum ende hin.

Dienstag, 24. November 2009

ein interview mit ray kurzweil

der hat nicht nur die texterkennung, die spracherkennung und -synthese und den synthesizer erfunden, er ist auch erfinder der künstlichen intelligenz.

in diesem interview gibt's folgendes zu lesen:

Zu diesem Zeitpunkt (2020) werden wir vollständig verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Einer der Vorteile ist, dass wir uns dann selber besser verstehen. Die wichtigste Entwicklung ist aber die Tatsache, dass wir über ein grösseres Instrumentarium für die Schaffung von künstlicher Intelligenz verfügen werden. Wir werden in der Lage sein, nichtbiologische Systeme zu erschaffen, die der menschlichen Intelligenz gleichkommen, und zwar in Bereichen, in denen heute der Mensch noch überlegen ist, beispielsweise bei unserer Fähigkeit, Muster zu erkennen. Diese superintelligenten Computer werden Dinge tun können, die wir nicht tun können, beispielsweise Wissen und Fähigkeiten mit elektronischer Geschwindigkeit austauschen. Im Jahr 2030 wird Computerleistung für 1000 Dollar tausendmal leistungsfähiger sein als das menschliche Gehirn. Computer werden in Zukunft nicht mehr als abstrakte Objekte daherkommen – computerisierte Netzwerke werden in die Umwelt, unseren Körper und unser Gehirn integriert sein.

Montag, 16. November 2009

Kommunikationstalent prallt auf chinesische Mauer

die überschrift der faz ist wieder mal erfrischend.

500 handverlesene chinesische kaderstudenten lassen den love&peace präsi auflaufen. wer hätte das gedacht. natürlich waren bei diesem "townhall meeting" in shanghai keine fragen erwünscht, die nicht zuvor von den organisatoren, der chinesischen regierung abgesegnet worden sind, zumal das alles live im internet (sic!) übertragen wurde.

also schickt man die parteiführung von übermorgen in den audimax, bestens geschulte kp-funktionäre, oder solche, die es sich bei ersteren nicht verscheissen wollen. und wer will das schon, in china, wo es nur eine partei gibt und der rest volksfeinde sind?

und so stellt sich obama hin und referiert zum thema "freies internet" in solch einer veranstaltung. dass er da keinen applaus bekommt, ist nun wirklich keine überraschung. also was soll es bringen?

ausser, dass ein paar "unsichere kantonisten" vorsorglich in schutzhaft genommen werden mussten und vermutlich in diesem augenblick eine tracht prügel beziehen?

Donnerstag, 12. November 2009

starker Staat

in der FR wird ja viel unsinn verzapft, umso erfreulicher ist es, wenn mal wirklich schlaue köpfe zu wort kommen, in diesem fall norbert bolz zum thema neoliberalismus und der "starke staat"...

...heute ist der Liberale, dem man das Schild "marktradikal" umgehängt hat, der ideale Sündenbock der modernen Gesellschaft. Erfolgreiche, leistungsbereite und wachstumsorientierte Menschen kann man deshalb mit einem einzigen Wort in die Defensive treiben: "neoliberal". Es suggeriert die Herrschaft eines schrankenlosen, globalen Kapitalismus, der Traditionsunternehmen zerpflückt, Millionen Arbeitslose in die Hoffnungslosigkeit treibt und die Dritte Welt ausbeutet.

Doch das ist kompletter Unsinn. Der Neoliberalismus, den man besser mit seinem Eigennamen "Ordo-Liberalismus" ansprechen sollte, hat mit dem Laisser-faire überhaupt nichts zu tun. Für den modernen Liberalen gibt es keine funktionierende Wirtschaft ohne einen starken Staat. Allerdings ist der starke Staat nicht umso stärker, je tiefer er in die Wirtschaftsprozesse eingreift. Im Gegenteil schwächt er sich durch seine allgegenwärtigen regulierenden und helfenden Eingriffe. Der starke Staat hat also die Aufgabe, den Kapitalismus gegen die schlechten Kapitalisten zu verteidigen, d.h. für die Herrschaft des Leistungsprinzips, die Freiheit des Marktes und die Demokratie der Konsumenten zu sorgen.

Freie Wirtschaft, selbstbestimmte Einzelne und starker Staat stehen nicht in Gegensatz zueinander, sondern setzen sich gegenseitig voraus. Die Funktion des Staates geht heute weit über das hinaus, was die bürgerliche Gesellschaft ihm zuschrieb, nämlich Sicherheit, Schutz des Eigentums und Schutz der persönlichen Freiheit. Politik steht zunehmend vor der Aufgabe, die Präferenzen der Bürger zwischen privaten und öffentlichen Gütern zu balancieren. Der Staat schwächt sich, wenn er seine Funktionen ausweitet. Selbstbegrenzung ist das Geheimnis der Kraft. Wir brauchen einen starken Staat. Aber wir brauchen einen sozial gezähmten Sozialstaat. Das müsste das Credo jedes Wirtschaftsliberalen sein, denn der starke Staat soll ja gerade auch das kapitalistische Wachstum hegen.

Es gibt in Zukunft keinen Kapitalismus mehr ohne Sozialstaat. Er sorgt für die Rahmenbedingungen erfolgreichen Wirtschaftens. Man kann deshalb nicht die Globalisierung der Märkte wollen und gleichzeitig den Staat verteufeln. Denn Globalisierung heißt Netzwerkeffekte und positive Rückkopplung: winzige Ursachen können gewaltige Wirkungen haben, Abweichungen schaukeln sich auf.

Deshalb muss die Politik zuweilen in die Märkte eingreifen. Die Frage ist nur, was "eingreifen" heißt. Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang sarkastisch von einem neuen Wohlfahrtsstaat für die Reichen. Auch konservative Regierungen greifen ja ein, um das Finanzsystem zu retten. Der freie Markt ist bei Lichte betrachtet also schon heute ein geführter Markt.

Was die Politik diskutiert und entscheidet, betrifft die Wirtschaft, bestimmt sie aber nicht. Politik kann rahmen, aber nicht planen; sie kann kontrollieren, aber nicht instruieren. Leistungsfähig ist die Politik nur dann, wenn sie sich nicht als Steuerungszentrum der Gesellschaft missversteht. Der starke Staat ist gerade nicht der universale Problemlöser. Er darf gerade nicht die Gesamtverantwortung für die Gesellschaft übernehmen wollen, denn damit würde er sich übernehmen. Das bedeutet aber umgekehrt auch, dass die Erwartungen, die die Menschen an die Politik richten, nur erfüllt werden können, wenn sie nicht erwarten, dass die Politik die führende Rolle in der Gesellschaft übernimmt.

Es geht hier im Kern um eine Neudefinition des Sozialen. Die "soziale Frage" war das Thema des 19. Jahrhunderts. Die Produktion des sozialen Reichtums wird das Thema des 21. Jahrhunderts sein. Sie erfolgt aus vier Quellen: Da sind zum einen die Menschen der Wohlstandswelt, denen es nicht mehr genügt, sich selbst zu verwirklichen, sondern die ihr Leben vielmehr an Werten und sozialen Ideen orientieren wollen. Man kann diesen Trend mit Abraham Maslow "Selbsttranszendierung" nennen.

Da ist, zweitens, das Internet, das längst nicht mehr nur ein Medium der Informationsverarbeitung ist, sondern sich zu einem sozialen Medium entwickelt hat, in dem die Menschen ihr Alltagsleben organisieren. Man spricht zurecht von "sozialen Netzwerken".

Da ist, drittens, die freie Marktwirtschaft, an die die Bürger und Konsumenten zunehmend Erwartungen herantragen, die man früher an die Kirche oder an den Staat adressiert hätte. Die Bürger erwarten, dass die Unternehmen soziale und politische Verantwortung für den Stand der Weltdinge übernehmen. Das zwingt die Unternehmen zu einem neuen Selbstverständnis, das man "Sozialkapitalismus" nennen könnte.

Und da ist schließlich, viertens, das politische System, an das die verunsicherten und zugleich anspruchsvollen Bürger immer mehr Erwartungen herantragen, die weit über die klassische Daseinsfürsorge hinausgehen. Einige politische Parteien sprechen selbst schon vom "vorsorgenden Sozialstaat". Hier droht der "imperial overstretch", die Schwächung durch Selbstüberdehnung.

Die schwarz-gelben Sozialdemokraten sehen diese Gefahr. Und so befinden wir uns heute in der paradoxen Situation, dass die liberale Forderung nach "weniger Staat" den Staat stärkt, während die linke Forderung nach "mehr Staat" den Staat schwächt. Mit dieser Paradoxie fertig zu werden, ist das zentrale Problem der SPD. Dazu müsste sie nachdenken. Stattdessen beseitigt sie die Köpfe, die denken können, und "öffnet sich" den ewig Gestrigen.

Freitag, 6. November 2009

die "münchner zivilcourageurteile"

es ist ein skandal!

Warum mangelt es scheinbar gerade in München an Zivilcourage? Eine Rolle dabei könnte der Münchner Richter Manfred Götzl spielen. Er machte in den letzten beiden Jahren durch zwei spektakuläre Fälle auf sich aufmerksam, in denen er gegen Personen, die sich auf Notwehr oder Nothilfe beriefen, lange Haftstrafen verhängte. Die beiden Urteile führten bei vielen Kommentatoren zu dem Schluss, dass man zumindest in München im Zweifelsfall lieber wegsehen sollte, wenn man Gewalttätern in Aktion begegnet.

Das erste dieser Urteile erging im Frühjahr 2008. In dem verhandelten Fall ging es um den damals 57jährigen Fahrradfahrer Josef I., der frühmorgens in der Laimer Unterführung ein junges Mädchen "Geh' weg, ich will nicht mehr" schreien hörte. Neben ihr sah er einen Jugendlichen, der auf ihn einen "aggressiven" Eindruck machte, weshalb er ihm zurief "Lass sie doch in Ruhe". Als ihm der Angesprochene daraufhin antwortete "Hau ab, das geht dich nichts an" fuhr Josef I. zwar weiter, wurde aber trotzdem von dem Jugendlichen verfolgt. Als der 16-jährige ihn erreichte, stach ihm der nach eigenen Angaben völlig verängstigte Radler mit einem Taschenmesser in die Achselhöhle, worauf hin der Schüler viel Blut verlor und im Krankenhaus operiert werden musste.

Für Richter Götzl war dies Anlass genug, gegen Josef I. eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung zu verhängen - ein Strafmaß, bei dem keine Aussetzung zur Bewährung mehr möglich ist. Als der 57-jährige seine damals verspürte Angst im Prozess dadurch verständlich zu machen versuchte, dass er schilderte, wie er in der Vergangenheit von Jugendlichen derart zusammengeschlagen wurde, dass er zahlreiche Trümmerbrüche im Gesicht erlitt, die mit im Kiefer verbleibenden Drähten zusammengeflickt werden mussten, hielt ihm Götzl vor, in "Selbstmitleid" zu zerfließen.


Der Staatsanwalt wirft Josef I. versuchten Mord vor, weil er die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers gezielt ausgenutzt habe. Das bestreitet der Angeklagte entschieden. Nach seiner Version sei der Jugendliche wie wahnsinnig auf ihn zugerannt und habe ihn an der Schulter gepackt. "Ich hatte große Angst, das er mich zusammenschlägt", so Josef I., "ich war nicht mehr fähig zu denken."

und der zweite fall:

Anfang 2009 verurteilte der Richter den 30-jährigen Informatikstudenten Sven G., der sich mit einem Messer gegen fünf Albaner zur Wehr gesetzt hatte, zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten. Auch in diesem Fall musste der Verurteilte, der sich in seinem Leben noch nichts zuschulden hatte kommen lassen, die Haftstrafe ohne Bewährungschance antreten. Götzl erkannte zwar auf eine klare Notwehrsituation, empfand aber die Reaktion des Studenten als unverhältnismäßig - eine Sicht, die dieser anfangs nur bedingt teilen wollte, womit er sich offenbar den besonderen Zorn des Richters zuzog, der darauf hin - so die Süddeutsche Zeitung - "sichtlich verärgert" meinte: "Dass man sich vom Täter zum Opfer macht, haben wir hier noch nicht erlebt".

Der Tathergang ließ allerdings auch zahlreiche Leser daran zweifeln, ob im Fall von Sven G. nicht genau jenes "gesteigerte Maß an Angst" vorlag, bei dem Strafrechtskommentare von einem "intensiven Notwehrexzess" ausgehen, wie ihn der § 33 StGB regelt. Wörtlich heißt es darin: "Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft". Sven G. selbst sagte vor Gericht zu dem Vorfall, er habe "in [s]einem Leben noch nie so viel Angst gehabt". Tatsächlich hatte Mergim S., der Anführer der fünf Albaner, vor dem Angriff auf den Studenten in der Nähe des Münchner U-Bahnhofs Garching am 14. März 2008 bereits dessen Freud mit der Faust ins Gesicht zu Boden geschlagen - ein Vorgang, der möglicherweise nicht ganz ohne Konsequenzen auf Amygdala, Locus Coeruleus, Nucleus Parabrachialis, Hypothalamus und Stressachse blieb.

Zudem hatte der 17-jährige Albaner, der kurz vorher wegen des Anzettelns einer Schlägerei aus einem Jugendzentrum geworfen worden war, den Konflikt mit der intensivtätertypischen Provokation "Was schaust du so?" begonnen, so dass G. davon ausgehen musste, dass der Angreifer auf Gewalt aus war und eine Abwendung des mit Schubsen und Schlägen eingeleiteten körperlichen Angriffs mit Beschwichtigungen nicht möglich sein würde. Hinzu kam, dass er selbst zwar größer und dicker war als der Angreifer, jedoch aufgrund der Überzahl und des Angriffswillens der Gegner trotzdem damit rechnen musste, bei einem Verteidigungsversuch ohne Einsatz seines mitgeführten Mini-Messers zu unterliegen und nicht nur Schmerzen, sondern schwere körperliche Schäden davonzutragen.

Götzl warf Sven G. jedoch nicht nur dessen Körpergröße und Gewicht vor, sondern auch, dass er den Albaner in den Hals und nicht in den Arm gestochen hatte. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass G. in rasender Angst einfach irgendwo hin stach und sich erst nachher eine zum Tatzeitpunkt gar nicht vorliegende Erklärung seines Handelns zurechtlegte, mit der er sich möglicherweise um Kopf und Kragen redete. Auch die Tatsache, dass Sven G. zum Tatzeitpunkt von der Geburtstagsfeier seines kleinen Bruders kam und ein Alkoholpegel von 1,8 Promille möglicherweise seine Fähigkeiten zum nüchternen Abschätzen der Gefährdung beeinflusste, könnte durchaus stärkeren Einfluss auf das eventuelle Vorliegen einer "intensiven Notwehrsituation" gehabt haben, als Richter Götzl dies sehen wollte.

Auf solch eine Situation lässt auch das anschließende Handeln des Stundenten schließen, der in seine Wohnung flüchtete und sich in Erwartung weiterer Angriffe ein Messer und einen Baseballschläger zurechtlegte. Gerade in diesem Verhalten aber wollte Götzl erkennen, dass Sven G. nicht in Angst, sondern überlegt gehandelt habe. Mindestens genauso gut lässt sich allerdings argumentieren, dass die Tatsache, dass er nicht die Rettungsleitstelle oder die Polizei rief, ein deutliches Anzeichen dafür war, dass die Entscheidungsfähigkeit des Studenten durchaus in schwerer Weise von Panik getrübt war. Denn erst das gegen ihn gefällte Urteil - das vor dem Bekanntwerden der Rechtsprechungspraxis Götzls niemand erwarten konnte - macht dieses Unterlassen der Information von Behörden im Nachhinein zu einem "vernünftigen" Handeln.

Zu dem Schluss, dass Götzl hier zu weit ging, kam nun auch der Bundesgerichtshof, der in der Revision des Falles darauf hinwies, dass das Münchner Schwurgericht den "besonderen Umständen des Falles" nicht gerecht" wurde. Jetzt muss der Fall unter einem anderen Richter neu verhandelt werden. Möglicherweise etwas zu spät für Sven G., der bereits eineinhalb Jahre Haft hinter sich hat. Und möglicherweise auch zu spät, um jene Zivilcourage wieder zu etablieren, mit der Dominik Brunner vielleicht geholfen hätte werden können.

Mittwoch, 4. November 2009

brückenposse

wir berichten live von der mainschleife zwischen dem frankfurter osten und offenbach im süden.

zwei benachbarte brücken über den main werden saniert, gleichzeitig.

verkehrstechnisch ist das der todesstoss für die ohnehin völlig überlastete infrastruktur. morgens stehe ich, seit die carl-ulrich-brücke "saniert" wird, mal locker 20-30 minuten im stau. ich fahr zuhause los, 200 meter, und stehe für die nächsten 2 kilometer im elend langen stau. eine ampel sei schuld, sagt man, auf offenbacher seite, direkt nach der brücke.


und man fragt sich: wieso is hier eigentlich plötzlich so'n stau? seit 4 wochen, täglich, auf einmal. und warum kümmert sich keiner darum, schafft abhilfe? wo sind die politiker, die behörden, die dafür bezahlt werden, dafür zu sorgen, dass hier alles einigermassen gesittet von statten geht??


Die angespannte Lage an der Carl-Ulrich-Brücke könnte sich am kommenden Wochenende noch einmal zuspitzen. Wenn nämlich die Verbindung über den Main für Autos und Lkws vollends gesperrt wird. Von Freitag, 23 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, heißt es für den Autoverkehr auf der Brücke in beide Richtungen: Nichts geht mehr. Betroffen ist auch die Buslinie 551. Gesperrt wird die stark befahrene Brücke wegen Asphaltierungsarbeiten am "Carl-Ulrich-Knoten" in Offenbach.

Damit nicht genug, rollt der Verkehr auf der Ausweichstrecke über die Kaiserleibrücke auch nicht wie gewohnt - wegen Brückenarbeiten auf der A661 zwischen den Auffahrten Frankfurt-Ost und Offenbach-Taunusring.


Dass an der Kaiserlei- und der Carl-Ulrich-Brücke parallel gearbeitet wird, überrascht selbst das hessische Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), in dessen Obhut sich die Brückenbauwerke eigentlich befinden. Zwischen der Offenbacher Kommunalverwaltung und der Landesbehörde gab es in Bezug auf die Brückensperrung offenbar keinerlei Abstimmung; das wird von Seiten des ASV auf FR-Anfrage bestätigt.


Eine gute Nachricht vom Main gibt es aber auch: Die Intervention des Frankfurter Straßenverkehrsamtes wegen der Ampelschaltung auf Offenbacher Seite hinter der Carl-Ulrich-Brücke hat am Mittwoch endlich gefruchtet.

Im Laufe des Vormittags wurde die Grünphase der Ampel so weit wie möglich ausgedehnt, damit der Verkehr über aus Richtung Fechenheim besser abfließen kann und sich der Rückstau auf Frankfurter Seite reduziert. Der beauftragte Ingenieur habe signaltechnisch "das Maximum" herauszuholen versucht, berichtet Markus Urban von der Offenbacher Straßenverkehrsbehörde.

Zugleich stellte Urban in Aussicht, dass die für Autofahrer aus Richtung Fechenheim höchst unerfreuliche Situation spätestens in zwei Wochen ein Ende haben könnte - falls das Wetter mitspiele und es nicht ständig regnet, sei dies auch realistisch.

Dienstag, 20. Oktober 2009

der einheitskanzler ist einer verschwörung ausserirdischer auf der spur *exklusiv*

es ist dieser ALIEN, der bereits 1974 in john carpenters "dark star" auftauchte und sergeant pinback ärger machte.



und nun, exakt 35 jahre später, taucht das vieh in einem englischen fussballstadion erneut auf. und schiesst das tor des tages. wahnsinn!

Montag, 19. Oktober 2009

wehrsportgruppe wolfskin

die jack wolfskin gruppe wehrt sich gegen markenpiraterie und macht einen sport draus.

mal ehrlich: wer sich in den 80er jahren mit so einem namen gründet, der sollte erstmal skeptisch betrachtet werden. wolf-skin! wolfskin'81. geründet im jahr, das nach üblicher neonazilogik "hitler adolf" heisst. naja. sicher nur ein zufall oder so.

dass das deutsche - heute einer heuschrecke gehörende - unternehmen nun auf kleinstgewerbetreibende mit einer abmahnwelle wegen verletzung von markenrechten eindrischt, kommt einem unternehmenskommunikativen super-gau gleich.

sicher, markenrechte sind schützendswert. aber kann man bei diesem abgemahnten produkt wirklich von einer markenrechtsverletzung ausgehen?



zum vergleich: das orginal!



für die abgemahnten bastelgruppen und hausfrauenstrickrunden sind die jeweils 1000 euro anwaltskosten bitter.

die kosten für jack wolfskin in sachen imageschaden und partiellem nachfrageboykott dürften um einiges höher sein.

und was lernt man draus? auftraggeber haften für ihre anwälte - und das ist auch gut so!

Freitag, 16. Oktober 2009

am ende zählt, was hinten rauskommt

da kann sich der "menschenrechtsrat" der u.n.o. abstrampeln wie er will, an einer tatsache kommt er nicht vorbei: die hamas schiesst keine raketen mehr auf israel.

sollen die dafür jetzt bestraft werden, oder was?

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mittwoch, 30. September 2009

das entsolidarisierungsgespenst trägt gelb

Immerhin, die schauerliche Angstkampagne des Linksblocks hat nicht verfangen. Ich halte das für die wichtigste Erkenntnis dieser Wahl.

"Schwarz-Gelb verhindern", dargestellt als gleichfarbiges Atomfass, lautete die Parole. "Sozialer Kahlschlag" sei insbesondere von den sinistren Markt-, Neo- und Radikalliberalen zu erwarten (die Bezeichnung "liberal" ohne abschreckendes Präfix gibt es schon lange nicht mehr, oder höchstens mit einer nachfolgenden Brutalisierung eigentlich profaner Begriffe, hier: liberaler Wirtschaftsrigorismus). Auch die Presse schlug in diese Kerbe, und tut es immer noch ("Der Wirtschaftrigorismus der Krisengewinnler").

Das führt sich fort, zum Beispiel in sozialen Netzen, wo man nicht wenig böse Kommentare bekommt, wenn man im Kontrast zum schwarzgelben Atomfass der Biene Merkel und Westerwilli gratuliert. Nein, die Atomlobby-Marionetten und "Verursacher der Krise", die asozialen Neokapitalisten sind der Untergang ein jeder sozialen Errungenschaft, für die unsere Vorväter ihr Blut gelassen haben.

Aber am End hat es dann doch nicht verfangen. Und so bleibt nur ein Gewerkschaftsführer, der die Liberalen am liebsten "sofort unter die Dusche" stellen wollte...

Und was macht Westerwelle? Der verwirrt Freund und Feind und spricht von "Deutschland" und "dem ganzen Volk".

Als er vor die frenetisch jubelnden Anhänger seiner Partei trat, rief er aus: „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los, für Deutschland und für unser ganzes Volk!“ Und auch in der Fernseh-Elefantenrunde ließ er mehrmals das „Volk“ in die konventionelle Rede von den „Bürgerinnen und Bürgern“ und „Wählerinnen und Wählern“ hineinfahren wie ein kleines Donnergrollen, das Großes ankündigt.

grandioser gastbeitrag

vince ebert bei achgut.de:

Ein Hoch auf den Kapitalismus

Zwei Bekannte von mir haben beide ihr Studium mit Auszeichnung gemacht. Der eine, nette, war ein philosophisch interessierter Visionär mit einem tiefen Gerechtigkeitssinn. Der andere war schon in der Schule ein oberflächlicher Materialist, der unbedingt Karriere machen wollte. Nach dem Studium schließt sich der Idealist Greenpeace an, kettet sich an einen Mammutbaum, zerstört Genmaisfelder und hält Walfangboote mit dem Schlauchboot auf. Der Yuppie hingegen wird Investmentbanker, verkauft faule Derivate und kassiert 500.000 Euro pro Jahr. Versteuern tut er nur 300.000 – den Rest hinterzieht er.

Die Ironie an der Geschichte ist: Während der intellektuelle Weltverbesserer einen Baum gerettet hat, der drei Monate später gerodet wurde, und außerdem ein paar Bauern und Walfängern gehörig auf den Geist gegangen ist, hat das Arschloch im Designeranzug der Gesellschaft 150.000 Euro Steuern für Schulen, Straßen und Kultureinrichtungen eingebracht. Von den unterschlagenen 200.000 Euro kauft er Autos, Schmuck und teueres Essen, bezahlt seine Putzfrau, seinen Golflehrer und seinen Koksdealer. Der engagierte Gerechtigkeitsfanatiker kostet nur, der entfesselte Turbokapitalist gibt – ohne dass er das will – der Gesellschaft etwas zurück.

Das ist das Raffinierte am Kapitalismus. Man muss kein guter Mensch sein, um sich moralisch gut zu verhalten. Denn Kapitalismus dient nicht einem höheren Zweck. Er ist das einzige Wirtschaftssystem, das keine Ideologie darstellt. Wahrscheinlich ist er deswegen so unbeliebt.

Auch die friedensstiftende Funktion des Kapitalismus wird selten erwähnt. Wer miteinander Handel treibt, wird fast zwangsläufig kriegsmüde. Weil bei jedem Blutbad die Umsätze leiden. Keine zwei Staaten, in deren Hauptstadt eine MacDonalds-Filiale steht, haben jemals Krieg gegeneinander geführt. Wahrscheinlich unterscheiden die Amerikaner genau so zwischen Gegner und Verbündeten. Von wegen „Achse des Bösen“. Die einzig relevante Frage für eine feindliche oder friedliche Mission lautet: Gibt es dort Big Macs?

Jedem profitorientierten Unternehmer ist es egal, welcher Nationalität, Religion oder Rasse die Kunden angehören. Hauptsache, man kommt ins Geschäft. Tatsächlich waren Kaufleute schon immer die ersten, die zwischen unterschiedlichen Völkern vermittelt haben. Kapitalismus macht die Menschen friedlicher. Einzige Ausnahme: Die erbitterten Kämpfe an der Wühltheke beim Sommerschlussverkauf.

Auch die Vorstellung, dass Konzerne die Menschen arm halten, um sie besser ausbeuten zu können, ist falsch. Für Prada, Gucci oder Armani ist es eine wirtschaftliche Katastrophe, dass die Menschen in Bangladesh ihre T-Shirts aus Altkleidersammlungen beziehen müssen und nicht aus klimatisierten Designershops. Vor 100 Jahren hob Henry Ford zähneknirschend das Lohnniveau seiner Arbeiter an, weil er erkennen musste, dass sich nur so die Leute seine Autos leisten konnten.

Auch ich dachte lange Zeit, Kapitalisten sind allesamt rücksichtlose, kaltherzige Menschen. Mit 17 lud mich ein Schulkollege zu seinem Geburtstag ein. Sein Vater war Unternehmer und er wohnte mit seiner Familie in einer ziemlich beeindruckenden Villa. Ich betrat leicht angewidert die Eingangshalle, die so aussah, als ob jetzt gleich J.R. die Treppen herunterkam und Dinge sagte wie: „Sue Ellen trinkt wieder...“
Zu meiner Überraschung betrat ein zurückhaltender, älterer Herr den Raum, der sich im Laufe des Abends als weitaus sozialer, nachdenklicher und verantwortungsbewusster entpuppte, als alle meine Bekannten, die solche Menschen als „Kapitalistenschweine“ beschimpften. Nach diesem Abend beschloss auch ich, ein Kapitalist zu werden.

Dienstag, 29. September 2009

Dieses Buch gehört in die Schulen, nicht ins Feuilleton

ein schöner verriss...

Die Geschichte aber, die Martin Kesici und Markus Grimm erzählen, klingt etwas anders, und für all jene, die sich flüchtig an diese Namen erinnern können, ist das nicht einmal besonders überraschend: 2003 gewann Kesici als weichgespülter Hardrocker die Sat.1-Castingshow „Starsearch“, ein Jahr später wurde Grimm in die Gruppe Nu Pagadi gewählt, die sich Pro Sieben für die vierte Staffel der Sendung „Popstars“ ausgedacht hatte, eine groteske Dark-Rock-Band, die die Felle von Dschingis Khan auftragen musste. Dass ihr Sieg eher das Ende einer kurzen Fernsehkarriere markierte als den Anfang einer erfolgreichen Laufbahn als Musiker, das war schon damals für die meisten Zuschauer erwartbar. Rein musikalisch war es sogar durchaus beruhigend – was es nicht leichter macht, Mitleid zu mobilisieren für das traurige Schicksal, von dem die beiden nun in ihrem Buch „Sex, Drugs & Castingshows“ erzählen.

(...)

Man könnte sich also sehr leicht darüber lustig machen, dass es die beiden Autoren überhaupt für einen Skandal halten, dass die Produzenten und die Plattenfirmen die Versprechen nicht eingehalten haben, welche sie ihnen leichtfertig abgenommen hatten; dass ihre Hoffnung auf Ruhm und Erfolg sich nicht erfüllte oder einfach nur der Wunsch auf eine faire Behandlung. Der Blick auf diese Naivität aber ist eine Offenbarung. Wenn es nicht einmal die Kandidaten, die am tiefsten gefallen sind, weil sie am höchsten standen, bis heute geschafft haben, sich vollständig von ihren Illusionen zu verabschieden; wenn selbst die Gewinner einer solchen Show zu deren Verlierern zählen – dann zeigt das, dass Häme und Ironie auch nicht viel helfen gegen die Nachhaltigkeit der Faszination, die eine mittlerweile zur Jugendkultur gewordene Ausbeutungsindustrie ungebrochen ausübt. So wenig Stoff dieses Buch bietet, dem grundsätzlich skandalösen Genre sein verbrecherisches Wesen konkret nachzuweisen, so sehr muss man es all jenen nahebringen, die noch immer glauben, das Fernsehen könne ihnen einen Traum erfüllen. Dieses Buch gehört in die Schulen, nicht ins Feuilleton.

(...)

Man merkt ja kaum noch, wie ungeheuerlich schon der Gestus ist, mit dem das Buch daherkommt: Der Klappentext bemüht das komplette Vokabular jener Insiderberichte, die man sonst von Sektenaussteigern oder abtrünnigen Geheimdienstlern kennt.

Man muss nicht unnötig die siebziger Jahre heraufbeschwören, aber es hilft, sich nur einmal kurz vorzustellen, wie kurios es gewirkt hätte, wenn damals ein Gewinner von „Am laufenden Band“ „ausgepackt“ hätte oder ein Kandidat von „Was bin ich“.

(...)

Die Mitglieder von Nu Pagadi wehrten sich erfolgreich gegen ein Stück, das sich die Plattenfirma ausgedacht hatte, „eine Mischung aus Abba und Rammstein“ mit dem erbaulichen Titel „Wer ficken will, muss freundlich sein“. Und der modisch beratungsresistente Kesici verschenkte die Bühnenoutfits, die er tragen sollte, lieber an seine Freunde.

Dass das Buch doch ein paar Passagen bereithält, die auch abgebrühtere Medienkritiker noch erregen können, liegt vor allem daran, dass die unappetitliche Zusammenarbeit der Sender mit der Boulevardpresse noch reibungsloser funktioniert, als man es befürchtet hatte: Da weiß auf einmal ein Reporter der „Bild“-Zeitung von der Drogenvergangenheit, die Kesici kurz vorher der Produktionsleitung gebeichtet hatte. Da holt, eines Abends, während der Dreharbeiten zu „Star Search“, eine Limousine Kesici und seinen Halbfinalgegner Thomas Wohlfahrt vor dem Hotel ab, drinnen warten Champagner, ein Kamerateam des Sat.1-Boulevardmagazins „Blitz“ und ein Fotograf der „Bild“-Zeitung. Man habe, erklärt der Fernsehredakteur, einen „Entspannungsabend“ vorbereitet, und weil der Kollege von „Bild“ bis zum Ende mitfeiert, finden die beiden am nächsten Tag ihre Gesichter neben den Hintern diverser Nackttänzerinnen auf der Titelseite wieder, unter der freundlichen Zeile „Hasch-Martin und Sexferkel Thomas unterwegs“. Teilnehmende Beobachtung heißt das in der Ethnologie.
Wurde bei “Bild“ zu “Hasch-Martin“: Martin Kesici

(...)

Grimm ist eindeutig die tragischere Figur. Seine Enttäuschung mündet gelegentlich in existentielle Selbstzweifel: „Manchmal denke ich“, schreibt er, „dass ich ein Avatar bin, eine Spielfigur der Sims, die ungeliebte Puppe aus der Augsburger Puppenkiste, die man an den eigenen Fäden erhängt hat.“ Und er wünscht sich, alles wäre nicht passiert: „Keine TV-Typen, die mich vom Nobody zum No-Nobody machten, keine Kälte und Arroganz von all denen, die es geschafft haben und mich belächeln, keine Zweifel an mir selbst, keine Angst vor dem Morgen, der schon gestern vorbei war.“

eine wahlanalyse

die fdp hat gewonnen!

...und eine glorreiche zukunft vor sich.

denn die ausgangslage ist besser denn je. durch die sozialdemokratisierung der cdu laufen wirtschaftsliberale massenweise zur fdp über. das sind keineswegs taktische "leihstimmen" von cdu-anhängern. die gabs es damals nur, als die fdp an der 5% hürde herumkrebste. das sind dauerhafte stimmen und anhänger, überzeugte marktwirtschaftler einerseits und bürgerrechtler andererseits, die mit schäuble ein problem haben.

dazu kommen die spd-rechten, die sich in einer von linken dominierten spd nicht wiederfinden können. dieser trend wird sich nach der wahlniederlage und der personellen neuausrichtung in der spd noch verstärken.

denn die sozialdemokraten werden nun einen harten linkskurs fahren müssen, um die verlorenen schäfchen links der schröderagenda "abzuholen". damit geben sie die mitte endgültig preis, wo sich die cdu mit dem merkelismus bereits breit gemacht hat.

kurzum: die spd verschwindet im linken nebel, die cdu macht sich mit sozialen versprechen in der mitte breit und alle, die da bei cdu und spd übrig bleiben, wandern zur fdp ab.

und deshalb sind die liberalen die klaren gewinner dieser wahl.

Dienstag, 22. September 2009

punzieren

wieder ein neues wort gelernt.

es bedeutet so viel wie: "mit einer form stanzen". man nutzt für diese alte handwerkskunst -> punzen, in allen größen und formen, und hämmert damit allerlei muster in leder, kupfer und was sonst so alles gepunzt werden kann.

im übertragenen sinn ist das fein gewählt vom interviewer.

derStandard.at: Warum wird Kritik am Islam von vielen Linken reflexartig als "rechts" punziert?

Seyran Ates: Das ist das absolute Totschlagargument und hat inzwischen einen langen Bart. Da sind die Grünen so scheinheilig. Bei den Grünen herrscht eine unglaubliche Pseudo-Angst, die Rechten mit diesem Thema zu bedienen. Anstatt sich mit dem Thema auseinander zu setzen und es den Rechten wegzunehmen, hält man lieber den Mund.

Montag, 7. September 2009

arbeiterführer rüttgers

bei der suche nach vergleichender rumänen-schelte bin ich doch immer wieder auf diesen unsäglichen prollpopulisten gestossen.

kinder statt inder is gestern, aber dass de rümääne faul, arbeitsscheu und unpünktlich is, das hadder in schon in stalingrad gezeigt. döff-däää!

mal ehrlich, der rüttgers dreht hohl, der muss aus berlin eingefangen werden, stöhnen seine leute in nrw.

dabei macht rüttgers nur das, für was er bezahlt wird: den menschen aufs maul schauen und das gehörte dann in prägnante formeln zusammenfassen. der pfui-filter sorgt dafür, dass worte wie inder, pakis, polen, juden und rumänen ungehört bleiben. nur manchmal scheint der filter defekt, dann reimt rüttgers kinder auf inder. privat hat er sicher auch schon gedacht: kein herz für rinder (is auch inderfeindlich, heilige kühe, und so... haha, aber den joke versteht dann aufm marktplatz wieder keine sau).

das einzige, was ihn sympatisch macht, ist, dass er den gewerkschaften das cdu feindbild wegnimmt, bzw dafür sorgt, dass es durch die fdp ersetzt werden muss (wobei die liberalen für eine angstkampagne denkbar ungeeignet sind, denn wer fürchtet sich schon vor westerwelle und co?).

das wird noch interessant, der kampf gegen den "neoliberalismus", gegen die "neoliberalen", die mit dem zylinder aufm kopp, mit der zigarre im mund, den schwülstigen lippen und der krummen nase. ostküste, spekulanten, plutokraten!

unter die dusche gestellt 2

was der huber hier bei 1:20 ff so vom stapel lässt, ist schon arg grenzwertig und wurde hier schon mal thematisiert.

die liberalen "gehören sofort unter die dusche gestellt", und dabei ist die assoziation mit "an die wand gestellt" nur die harmlosere variante. weil bei "duschen", naja, da ergibt sich noch eine ganz andere assoziation, wie man sie gelegentlich bei fans in der dritten liga hören kann: "schiri nach auschwitz, unter die dusche!"

da kann der huber von glück reden, dass er nicht bei der cdu ist, sonst wäre seine karriere schnell zu ende...

Sonntag, 6. September 2009

endlich mal ein guter artikel zu der boni debatte.

Volkes Stimme ist eindeutig: Schon 2007 hielten mehr als achtzig Prozent der Deutschen die hohen Verdienste von Managern für ungerecht. Heute sprechen sich mehr als 88 Prozent für die Radikallösung aus: Sie befürworten eine generelle Obergrenze für Manager-Gehälter. 81 Prozent sind zudem fest davon überzeugt, dass die Banken weitermachen wie bisher und nichts aus der Krise gelernt haben. 88 Prozent glauben, dass die kleinen Leute die Krise am Ende ausbaden, während die da oben längst wieder ihren Platz an der Sonne gefunden haben.

Samstag, 5. September 2009

unter die dusche

der igmetall chef im waldstadion vor 60000 metallern:

"denn wer, wie die fdp, den sozialstaat zerstören will, gehört sofort unter die dusche gestellt."

was natürlich ein versprecher ist, denn gemeint war "...an die wand..."

zum glück hat er einen aufmerksamen redenschreiber, der huber.

Montag, 24. August 2009

wie ein bornierter spiegel-reporter tarantino interviewt

meine güte, sowas kommt raus, wenn ein bornierter spiegelreporter (am deutschen wesen soll die welt genesen) tarantino interviewt und mehr über sich und seine "weltanschauung" preis gibt, als er das vermutlich wollte...

dass tarantino nicht zu den dümmsten menschen auf dieser welt gehört, ergibt sich schon aus seinen großartigen filmen, während sein interviewer eben nur ein spiegel-reporter ist.

SPIEGEL: Überschätzen Sie nicht das Differenzierungsvermögen vieler Zuschauer? Nur ein Viertel aller amerikanischen Highschool-Abgänger weiß überhaupt, dass Hitler während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland regierte. Die wundern sich wahrscheinlich gar nicht, dass in Ihrem Film ein Attentat auf Hitler in einem Pariser Kino verübt werden soll.

Tarantino: Wo haben Sie denn diese ganzen Zahlen her? Kaufe ich Ihnen nicht ab. Das ist bloß Gruselpropaganda. Die Kids haben vermutlich einfach die Leute verarscht, die die Umfrage gemacht haben.


klar, die amis sind alle dumm wie scheisse, und trotz aller elite unis: der deutsche weiss halt immer besser bescheid, zum beispiel über subalterne "studien" in bezug auf den bildungsstand amerikanischer schüler. die sind ja sooo dumm. kein wunder, dass die ständig krieg machen, diese us-amis.

die reaktion tarantinos ist dafür umso besser: sie sind wohl ein propagandaopfer? so, wie ihre landsleute vor 70 jahren jahren propagandaopfer waren. soll heissen: 1939 wäre der spiegelreporter wohl in SA oder SS gewesen. was ich persönlich übrigens durchaus nachvollziehbar finde...

SPIEGEL: Die Frage ist, ob das "Dritte Reich" mittlerweile genauso unbefangen als Material für Spielfilme benutzt werden kann wie zum Beispiel der Kampf zwischen Cowboys (böse) und Indianern (gut) im Wilden Westen.

Tarantino: Damit habe ich kein Problem, im Gegenteil: Die Widerstandskämpfer in meinem Film handeln sogar wie Indianer auf dem Kriegspfad: auflauern, töten, skalpieren.


also nicht mehr so ganz eindeutige einordnung der indianer als "edle wilde" und damit "gut" - tja, sowas nennt man wohl "differenzierungsvermögen" :)


SPIEGEL (geschockt): Sie wollen behaupten, Nazi-Deutschland habe unter Propagandaminister Goebbels gute Filme hervorgebracht?

Tarantino: O ja, einige dieser Filme waren ziemlich gut! "Glückskinder" zum Beispiel ist einer meiner Lieblingsfilme. Ein sehr, sehr lustiger Film. Wenn man sich nur die deutschen Filme bis 1945 ansieht, merkt man kaum, dass Krieg herrschte.



SPIEGEL (belehrend): Täuschen und Blenden ist die Kunst der Propaganda. Sie sind hoffentlich nicht darauf hereingefallen?

Tarantino: Nein, ich habe extra die Memoiren von Leni Riefenstahl ein zweites Mal gelesen.


SPIEGEL: Ein Urteil unter Kollegen: War Riefenstahl eigentlich eine gute Regisseurin?

Tarantino: Sie war die beste Regisseurin, die jemals lebte. Um das zu erkennen, muss man nur ihre Olympia-Filme ansehen.

SPIEGEL: Für uns Deutsche ist sie vor allem die skrupellose Propagandistin der NS-Ideologie.


und darauf geht er dann gar nicht mehr. war ja auch kein frage. insofern wird er sich seinen teil denken ("so ein depp")

Tarantino: Es gibt keine eindeutig Guten und keine eindeutig Bösen in diesem Film.

SPIEGEL: Ist das nicht genau das Problem? Im "Dritten Reich" war die Grenze zwischen Opfern und Tätern eindeutig gezogen.


da gibts nix zu differenzieren. basta

Sonntag, 9. August 2009

gestern so, heute so

die FAZ liess in den vegangenen monaten die rebellen um walter & co. immer wieder als "helden" hoch leben. und kaum beschliessen diese rebellen, ihre eigene partei rechts der hessen-spd zu gründen(um damit auch cdu und v.a. fdp stimmen abzujagen), kommt ein 180 grad schwenk.

warum walter aus sicht der FAZ doch ein verräter ist...

die ganze wahrheit über die internen ränkespiele innerhalb der hessischen sozialdemokratie.

Walter hatte Ypsilanti am Freitag abermals versichert, er werde sie, ungeachtet des Streits, wählen, und auch am Sonntag hatten die beiden telefoniert. Nachdem die Auseinandersetzung, wie üblich, in die Medien gelangt war, wollte Ypsilanti in diesem Gespräch abermals wissen, ob Walter bei seiner Zusage bleiben würde. Walter: „Andrea, ich habe keine Lust mehr, mit dir zu diskutieren. Du bist meines Erachtens unglaublich machtgeil, völlig skrupellos und, mit Verlaub, ein wenig doof.“ Und er warf ihr an den Kopf, dass er sie schon deshalb wählen werde, um sie leiden zu sehen.

Donnerstag, 6. August 2009

Mittwoch, 29. Juli 2009

reiche russen & arme piraten

abgesehen davon, dass die preise (6.000 $ pro Tag zzgl. Hardware und Munition) nicht gerade mittelstandsfreundlich sind, ist es dennoch eine interessante urlaubsvariante, passenderweise aus der rubrik lifestyle...


Seine Geschäftsidee ist einfach: Sein Kreuzfahrtschiff ist der Köder für die Piraten. Versuchen die echten Piraten das scheinbar harmlose Schiff zu entern, erleben die Afrikaner ihr blaues Wunder. Statt wehrlose Handelsmatrosen stehen ihnen bis an die Zähne bewaffnete russische Touristen gegenüber. Ein makabrer Touristenspaß.


wer also noch ein geburtstagsgeschenk für seine lieben sucht...

Donnerstag, 23. Juli 2009

karrikaturen im iran


nein, nicht im iran, das wäre zu gefährlich, aber immerhin...

hier bejubeln die geister des schah die "erfolgreichen" basidji milizen: "Applausapplaus". schade, dass die 68er eingerostet, bzw von der macht, die sie nunmehr innehaben, korrumpiert sind. gegen achmadinedschad und seine paramilitärs zu demonstrieren, würde den 68er ein stück ihrer seit kurras abhanden gekommenen glaubwürdigkeit zurückgeben. aber darum gehts wohl gar nicht, gings 68 vermutlich auch nicht. "alles lüge" - sang rio reiser seinerzeit. wie wahr, wie wahr...

hier gibt's noch mehr karrikaturen zum iran...

Dienstag, 14. Juli 2009

warum stehen ameisen nie im stau?

diese frage hatte ich mir zwar noch nie gestellt, aber interessant ist es doch allemal. sind ameisen wirklich so viel intelligenter als menschen? nein, aber sozialer, wenns um die fortbewegung geht. womit bewiesen ist: sozialismus hilft, wenn man ameise ist.

aus dem wissenschaftsteil der FAZ:

Donnerstag, 9. Juli 2009

jetzt muss ich der FR mal ein lob aussprechen

denn ich werde dort nur äusserst selten gelöscht.
das zeugt von

verblendet?

denen fehlen einfach die kognitiven fähigkeiten, um zu begreifen, dass der ganze plan mit einer rot-rot-grünen minderheitsregierung undurchführbar ist, weil innerhalb der ehemaligen volkspartei spd einfach die mehrheit fehlt. den rechten flügel bekommt man in eine solche koalition nicht rein, das war vorher klar (flughafengedöns, nordhessische infrastrukur und einen wirtschaftsministerkandidaten, den selbst die grünen nicht ernst nehmen). ohne rechten flügel aber ist die spd nur eine 25% partei.

und da man nicht einsehen will, dass man die wahl nicht gewonnen hatte, muss jetzt eben eine dolchstosslegende her. an der front siegreich geschlagen, im felde unbesiegt - und dann von den eigenen leuten gemeuchelt.

gähn...

wenn man walters stimme will (und man brauchte JEDE stimme!), muss man ihn einbinden. wenn man es nicht macht, geht der plan halt nicht auf. und solche fallstricke gab es in dieser konstellation zuhauf. das scheitern war vorhersehbar (und wurde von münte, aber eben nicht beck verhergesehen). aber ypsi & co. taten es lieber den investmentbanken gleich und blendeten das risiko eines scheiterns einfach aus, bzw. lagerten es bei anderen ab. bei beck, bei naumann, bei maget und bei allen sozialdemokraten, denen unsere hippelziege so sehr geschadet hat.

geschrieben von gonzo am 08.07.2009 um 12:15 Uhr

Dienstag, 7. Juli 2009

ziviler ungehorsam

kann auch im geheimen erfolgen...

In the privacy of her home she takes all the banknotes from her purse and, with the help of her two children, writes on them “Mousavi” or “Death to the Dictator”. Then she goes out and spends them, using the legal currency of the Islamic Republic to undermine a rotten state.

And on Iran’s city streets, collection boxes for government-run charities are filling up with slips of paper bearing Mr Mousavi’s name to show how many votes he really got.

The basiji are hitting back at some forms of protest. They are reportedly lashing out with their batons at cars that drive with their headlights on to show support for Mr Mousavi. They have also been painting red crosses on houses that gave refuge to demonstrators, or where they think people are chanting from rooftops at night, so they can revisit them at their leisure. The Opposition has an answer to that, too. It is encouraging all Iranians to paint red crosses on their houses.

Montag, 6. Juli 2009

und wieder zurück nach hessen

wo ordentlisch schmutzische wäsche gewaschen wird (eine alliteration, wo es nur im hessischen gibt)...

und der einheitskanzler mittendrin :)

54. große koalition mit yps als vize-mp
das wär doch gegangen! koch, der wahlverlierer, als MP auf abruf , mit einer unverbrauchten vize-MP, die ihn vor sich hertreibt und nur darauf warten muss, dass die cdu im streit versinkt und dann neuwahlen herbeiführt. batsch. ganz einfach.

heute wäre sie strahlende ministerpräsidentin in hessen, würde im opelzoo die patenschaft für ein paar murmeltiere übernehmen und in die kamera grinsen: "soziale gereschtischkeit".

mon dieu, zum glück ist uns hessen DAS erspart geblieben. dafür sollte man dankbar sein. und das weiterführen dieses schwankes mit dem epilog um den drachentöter walter hat auch was unterhaltendes. da knallen sicher die korken im willy brandt haus, wenn die causa walter mitten im wahlkampf vor das bundesverfassungsgericht geht. man möchte es kaum glauben...

ahmadinedschad hat gestanden

3 wochen in meinem dominakeller, bei schlafentzug, stöcken in die rippen und elektroschocks an den eiern hat er gestanden, dass er sein hausschaf "mohammed" nennt und drei mal täglich in den schokotunnel poppt. er ist sogar bereit, dies vor laufender kamera zu bezeugen.

auch wenn ich die prozedur ablehne und sie vermutlich nicht persönlich durchführen würde (tut er ja auch nicht), fände ich solch ein geständnis schon interessant...

im übrigen ist das folgende offensichtlich systemimmanent in der sog. "islamischen republik" der revolutionsgarden, -wächter, -führer, -usw. der bericht ist aus dem jahr 1984, aber das foltern geht weiter. 30 jahre islamische revolution = 30 jahre brutalste folter. allein schon aus humanitären gründen müsste die staatengemeinschaft hier eingreifen und das regime ablösen. stattdessen nehmen die folterbuben persönlich an den sitzungen des menschenrechtsrates der uno teil.

ob der iranische generalstaatsanwalt, der auch schon mal gerne selbst hand, bzw. stock, bzw. transformator anlegt, vom menschenrechtsrat (sic!) gefragt wurde, wie das so ist, menschen(rechte) zu brechen?

naja, lesen wir nun den bericht aus einer zeit, als achmadinedschad noch hilfstruppenführer der islamischen republik war (wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass er damals auch als äh "ermittler" im evin gefängnis eingesetzt war)...

Revolutionswächter nahmen Elizabeth fest, als sie in Teheran eine Straßendemonstration beobachtete. Sie verbrachte vier Tage im Hauptquartier eines "komiteh", bevor man sie ins Evin-Gefängnis sperrte. Schon im Hauptquartier wurden einige Gefangene zusammengeschlagen, darunter eine temperamentvolle, mutige junge Frau namens Schirin, die unter einer Bettdecke einen Stift fand, mit dem sie prompt "Tod Chomeini" an eine Wand schrieb.

Elizabeth selbst wurde nie in dem Hauptquartier gefoltert und auch nicht dem demütigenden Terror einer Scheinexekution ausgesetzt. Nur einmal begann ein Vernehmungsbeamter sie zu schlagen. Ihm wurde jedoch sofort von einem anderen Mann Einhalt geboten, der ihm erklärte, so behandle man eine gebildete Frau nicht. Zu diesem Zeitpunkt, erinnert sich Elizabeth, habe sie sich noch nicht gefürchtet. Angst überfiel sie erst im Evin-Gefängnis.

Dorthin wurde sie, zusammen mit 70 anderen Häftlingen, in einem fensterlosen Bus mit Holzbänken gebracht. Als sie ausstieg, erkannte Elizabeth das Evin-Gefängnis sofort: ein Gebäude aus gelblichem Backstein und Stahlbeton, das die Schah-Regierung zwischen Hügeln am nordwestlichen Rand der Hauptstadt errichtet hatte. Ursprünglich sollte es 2000 Gefangene aufnehmen - in Zellenblocks, die in konzentrischen Kreisen angeordnet waren. Nach Schätzungen von Amnesty International aber sind dort im Schnitt ungefähr 6000 Häftlinge untergebracht.

Elizabeth betrat das Gefängnis etwa um 8.30 Uhr. Abgesehen von jenem Moment, in dem sie auf Befehl des Gnoms den Galgen anstarrte, blieben ihr fast zehn Stunden lang die Augen verbunden. In dieser Zeit hörte sie die Schreie der Menschen, die in den Zellen geprügelt und gefoltert wurden. Einige Schreie klangen so unmenschlich, daß sie Elizabeth an jenes Heulen von Wölfen erinnerten, das sie zuweilen auf Skiausflügen mit ihren Eltern im Elbrus-Gebirge gehört hatte. Es kam ihr vor, als würden wilde Tiere auf Menschen gehetzt.

Gegen 18 Uhr fragte ein Wächter sie, warum sie zittere. Elizabeth sagte, sie habe Angst. Der Wächter führte sie aus der Empfangshalle in einen Raum, in dem sie die Frauen stöhnen und seufzen hörte. Eine Frauenstimme sagte ihr, sie könne jetzt ihre Augenbinde abnehmen. Als Elizabeth wieder sehen konnte, erlitt sie einen Schock.

Es war der Anblick der Füße. Elizabeth hatte noch nie so große Füße gesehen. Die meisten waren in blutige Bandagen gewickelt und auf das Doppelte ihrer normalen Größe angeschwollen. Für Elizabeth war dies die erste Begegnung mit Opfern der üblichsten Form der Folter, die im Evin-Gefängnis angewandt wurde: die Bastonade, das Auspeitschen der Fußsohlen, das jeden Nerv des Körpers zu durchdringen scheint.

In dem ungefähr 4,50 Meter mal neun Meter großen Zimmer saßen und standen etwa 80 Frauen unter hohen Fenstern mit Holzläden. Außer Elizabeth und zwei Mitgefangenen, darunter eine in Tränen aufgelöste Frau mittleren Alters, die angeblich ihren eigenen Sohn verraten hatte, waren alle brutal geschlagen worden. Einige konnten kaum noch gehen. Elizabeth hörte, wie eine der Frauen eine vorbeigehende Aufseherin bat: "Schwester, helfen Sie mir bitte zur Toilette?"

"Willkommen im Hotel Evin", sagte die Wärterin und ging weiter. Über 40 der Frauen waren, nachdem "Geständnisse" aus ihnen herausgeprügelt waren, zum Tode verurteilt worden. Sie bereiteten sich jetzt auf ihre Hinrichtung durch das Erschießungskommando vor. Zu diesem Zweck hatten sie Filzschreiber mit der Anweisung erhalten, ihren Namen auf die rechte Hand und das linke Bein zu schreiben, damit ihre Leichen hinterher identifiziert werden konnten. Die Gnadenschüsse in den Kopf nämlich entstellten die Gesichter oft bis zur Unkenntlichkeit. Elizabeth hörte, wie einige der Männer in einem nahegelegenen, oberen Raum sangen. Zunächst konnte sie die Worte nicht verstehen, dann aber begriff sie, daß es das persische Hochzeitslied war.

"In dieser Nacht wird sich unser größter Wunsch erfüllen", sangen die Männer. Ein Wächter brüllte sie an, den Mund zu halten. Eine Stimme antwortete: "Warum sollten wir? Was könnt ihr uns schon noch antun? Wir werden hingerichtet!"

Die Revolutionswächter exekutieren nicht im Morgengrauen, sondern in der Abenddämmerung. Später erfuhr Elizabeth, daß an jenem Abend 150 Gefangene erschossen wurden. Die Männer, welche die Exekutionen besorgten, öffneten die Tür nur halb, damit ihr Gesicht nicht zu sehen war, und riefen dann die Namen der Verurteilten auf. Elizabeth erinnert sich, daß viele weinten - "aber nicht wie Kinder, sondern aus hilflosem Zorn".

blogger im iran

immer schön aufmerksamkeit aufrecht erhalten und lesen, wie es den bloggern und twitterern im iran so geht.

Freitag, 3. Juli 2009

hessen spd meldet sich zu wort

die sind immer noch ziemlich sauer auf den walther. die ironie dabei ist, dass die anderen abweichler klugerweise nur ermahnt wurden, um das leidige thema endlich vom tisch zu bekommen, und jetzt macht man beim walther doch exemplarisch weiter. rachegelüste vernebeln die weitsicht...

und im diskussionsforum der FR wird ebenfalls virtuell hyperventiliert. dabei ist die sache doch ganz einfach: ihr hattet ne dämliche chefin und wenn ihr das nicht einseht, dann seid ihr selber dämlich. is bitter, is aber so...

denn wenn frau ypsilanti seinerzeit anerkannt hätte, dass es kein wahlsieg gewesen war (allerhöchstens ein "phyrrus-sieg", wenn man auf das wort "sieg" bestehen will)... wenn sie klug genug gewesen wäre, in eine große koalition als vize-mp zu gehen... abzuwarten, bis die cdu den verlierer koch zerfleischt... und während die cdu im streit versinkt, hätte sie die koalition platzen lassen und die neuwahlen anfang 2010 haushoch gewonnen. das wäre ein spaziergang gewesen. ganz ohne walther und metzger, ohne linkspartei, ohne wortbruch und ohne abweichler, die schaden anrichten können.

soll niemand sagen, man hätte sie nicht gewarnt!
sehen wir es doch mal so:

geschrieben von gilbert am 03.07.2009 um 19:57 Uhr

Mittwoch, 1. Juli 2009

just one fix? propofol!

wer sich aufgrund von "schlafstörungen" mal so eben mehrmals die woche mittels eines heftigen narkose-medikaments/droge ins koma(!) schiessen lässt, der muss wohl als junkie bezeichnet werden.

im krankenhaus wird propofol für die narkose eingesetzt (künstliches koma), die nebenwirkungen sind beachtlich:

Bedeutsame Nebenwirkungen bei der Gabe von Propofol sind Atemdepression bis zur Apnoe sowie Blutdruckabfall (durch verminderten peripheren Gefäßwiderstand). Es treten auch Erregungsphänomene (spontane Bewegungen, Muskelkrämpfe), allergische Reaktionen (Anaphylaxie) aufgrund von Histaminfreisetzung sowie Träume (meist angenehm, jedoch auch hin und wieder sogenannte "bad trips" - schlechte Träume, die real erlebt werden) des Patienten auf. Eine weitere Nebenwirkung ist der lokale Schmerz bei der Injektion, der durch eine Reizung der Venenwand entsteht. Weiterhin kann es bis zu sechs Stunden nach Anwendung von Propofol zum Auftreten von Krampfanfällen kommen.

In seltenen Fällen kann es bei längerer Anwendungsdauer zu einer schweren Stoffwechselentgleisung mit Herz-Kreislauf-Störungen, Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) und Laktatazidose, dem Propofol-Infusionssyndrom (PRIS), kommen.

na, so gesehen ist jackos tod nicht wirklich überraschend...

bilder aus teheran

das volk wird es nicht vergessen...

und die story dahinter gibts hier...

Samstag, 27. Juni 2009

respekt, spiegel online...

rainer mohr im spiegel über die widersinnige parteinahme sogenannter linker in sachen klerikaler terror- und polizeistaat, unterdrückung der frau, folter und menschenrechtsverletzungen = gut / der westen = bös.

da wollte man wohl "diplomatische verwicklungen" vermeiden

hätte man es mal gemacht, 2006, man müsste sich heute nicht so schämen. denn es war bekannt, was er und seine schergen drei jahre zuvor getan hatten (und sicher auch davor und danach, eigentlich die ganze zeit).

Montreal/Berlin - Kanadas Regierung hat Deutschland zur Festnahme des Teheraner Generalstaatsanwalts Said Mortasawi aufgefordert. Zur Begründung verwies Ministerpräsident Stephen Harper auf Mortasawis Verwicklung in den Tod der iranisch-kanadischen Fotojournalistin Zahra Kazemi, die 2003 vor einem Gefängnis in Teheran Fotos gemacht hatte und kurze Zeit später tot aufgefunden worden war. Mortasawi hatte an der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf teilgenommen. Der Antrag sei an Berlin gerichtet worden, weil Mortasawi auf dem Rückweg nach Teheran in Frankfurt am Main zwischenlande, hieß es aus dem kanadischen Außenministerium. AFP

nur damit es nochmal klar wird: am MENSCHENRECHTSRAT nimmt ein perverser folterbube aus dem iran teil? einer, der eine kanadische staatsbürgerin zu tode hat foltern und vergewaltigen lassen? der fall ist immerhin gut dokumentiert:

Am Tag ihrer Festnahme hielt die kanadische Journalistin Zahra Kazemi sich mit einer vom iranischen Informationsministerium ausgestellten Arbeitsgenehmigung in Teheran auf. Sie wurde vor dem Evin-Gefängnis verhaftet, als sie die Demonstration von Verwandten der Studenten fotografierte, die einige Tage zuvor bei einer viertägigen Protestaktion inhaftiert worden waren.

»Als ich sie zum ersten Mal sah, lag sie mit einem Laken zugedeckt bewusstlos auf der Trage, und nur ein Bluterguss war auf ihrer Stirn zu erkennen. Gemäß der Diagnose des Gefängniskrankenhauses versuchte eine Schwester, ihr durch die Nase eine Magensonde einzuführen, aber wir stellten fest, dass der Nasenknochen gebrochen war. Am ganzen Körper waren seltsame Spuren von Gewalt zu sehen: Ein großer Bluterguss reichte von der rechten Stirnseite bis zum Ohr. Die Ohren sahen intakt aus, aber ein Trommelfell war frisch aufgeplatzt, und ein aufgerissenes Blutgefäß war zu sehen. Links am Hinterkopf saß ein großer beweglicher Bluterguss. Drei tiefe Kratzer am Nacken sahen aus, als wären Nägel durch das Fleisch gezogen worden. Die rechte Schulter war geschwollen, und zwei Finger der linken Hand waren gebrochen. An drei Fingern waren die Nägel gebrochen oder fehlten ganz.

Als Frau Kazemi verhaftet und Mohammed Bachschi, dem Sicherheitschef des Evin-Gefängnisses, übergeben wird, informiert dieser seinen engen Vertrauten Staatsanwalt Mortasawi von der Verhaftung. Dieser sieht eine goldene Gelegenheit, die ausländischen Journalisten aus Iran zu vertreiben – wenn er den Vorwurf der Spionage hart machen kann. Zum ersten Mal kann er eine ausländische Journalistin, noch dazu eine Frau, auf Persisch verhören. Die Taktik scheitert allerdings, da Kazemi den Spionagevorwurf standhaft zurückweist. Mortasawi bleibt nur wenig Zeit, sie zu einem Geständnis zu bringen. Dies und die Frustration darüber, dass eine Frau es wagt, ihm die Stirn zu bieten, erklären vielleicht die Eskalation der Gewalt.


und dann ist dieser freak im mordprozess auch noch der anklagende generalstaatsanwalt, das ist wie bei kleists zerbrochenem krug. nur isses hier kein krug, sondern eine kanadierin.

Wurde Zahra Kazemi während der Verhöre gefoltert? Welche Rolle spielte der zuständige Staatsanwalt Said Mortazawi, der offensichtlich bei den Verhören anwesend war? Warum setzt man Kazemis Mutter massiv unter Druck, die Leiche zu beerdigen, bevor eine Obduktion stattfinden konnte?


all das hätte man den kollegen fragen können, hätte man ihn in frankfurt festgesetzt.

Freitag, 26. Juni 2009

michael jackson und die proteste im iran

schade, dass diejenigen, die sich so aufopferungsvoll für transparenz in guantanamo eingesetzt haben, im falle der iranischen gefängnisse so still sind. mit ein wenig druck könnte man vielleicht auch ein paar unschuldige twitterer aus dem berüchtigten teheraner folterknast "evin" frei bekommen.

wie es dort so ist, kann man hier nachlesen...











Donnerstag, 25. Juni 2009

todesstrafe für subversive surfer!

nein, soweit sind wir noch nicht(?), aber ein paar tage folterknast mit stromkabeln an den eiern und ein paar in die fresse dürften schon drin sein, wenn man als twitterer im iran erwischt wird. berichtet die FAZ:

Am Mittwoch nachmittag schrieb er seine bislang letzten Nachrichten: „Wir müssen jetzt gehen - wir wissen nicht, wann wir wieder Internet haben - sie haben einen von uns, sie werden ihn foltern und unsere Namen erfahren - wir müssen jetzt schnell weg hier.“

Ein anderer vielgelesener Twitterer, change-for-iran, meldet sich am Donnerstagmorgen nach viertägigem Schweigen. Er gibt an, von Basidschi schwer verletzt worden zu sein und sich jetzt außerhalb Teherans zu befinden.


also, ich werde mir ein t-shirt drucken lassen mit der aufschrift:

"mahmud,
we know
what you did
last summer"

Dienstag, 23. Juni 2009

intifada in tehrean

die iranischen machthaber erleben gerade ihre eigene "intifada".

Freitag, 19. Juni 2009

mielke (1989): "ich... ich liebe euch doch alle..."

gonzo sagt:

mielke (1989): "ich... ich liebe euch doch alle..."

was wir erleben ist der zusammenbruch des konzepts der "islamischen republik", ein konstrukt, das in sich widersrpüchlich ist und von anfang an nur durch repression und gewalt aufrecht erhalten konnte.

tausende wurden ermordet, hundertausende gefoltert, eingesperrt und erniedrigt, ihrer universalen menschenrechte beraubt, millionen sind ins ausland geflüchtet und sind dort von den häschern des regimes nicht sicher (siehe mykonos attentat).
insbesondere schriftsteller, intellektuelle, lehrer und oppositionelle wurden ermordet, ohne dass diese verbrechen je aufgeklärt wurden.

es wird zeit für eine neue revolution, die mit den machthabern abrechnet. auch das wird tote geben, aber wer will es dem geknechteten iranischen volk verdenken, wenn es seine unterdrücker in stücke reisst und die folterknechte selbst in den dunklen kellern verschiwinden und ihnen das zustösst, was sie selbst an zumeist unschuldigen praktiziert haben.

Mittwoch, 17. Juni 2009

sind wir nicht alle teheran?

ich finde es "spannend", wie im iran, bzw. in teheran derzeit die controlfreaks in den machtzentren an der informationsglobalisierung scheitern.

früher hätten die derzeitigen machthaber einfach den stecker zur aussenwelt gezogen und ein paar hundert demonstranten erschossen und tausende in umerziehungslager konzentriert. das geht aber nur, wenn man wirksam zensieren kann. und genau daran scheitern die machthaber.

sie können den journalisten verbieten, zu berichten, sie können zeitungen schliessen, sms dienste stören, aber den stecker zum internet ziehen? und was ist mit dem mobilfunknetz? sowas können selbst die machthaber nicht dauerhaft "abschalten". und selbst wenn - man könnte per satellit das internet in den iran bringen.

den aussichtslosen kampf gegen die virtuellen windmühlen beschreibt die FR:

Mit den staatlichen Fernsehprogrammen konkurrieren, allerdings mit geringem Erfolg, die persischsprachigen Satellitensendungen der Londoner BBC, der Stimme Amerikas und in den südwestlichen Regionen, in denen auch Arabisch gesprochen wird, von Al Dschasira, Al Arabija und anderen. Das soll und darf nicht sein; Satellitenschüsseln sind seit 1995 illegal. Aber es gibt sie doch.

Auch das gesprochene offene Wort erreicht Iran. Rundfunk aus den Nachbarstaaten und über Kurzwelle ist mit geringem Aufwand zu hören. Deutsche Welle, BBC, das 2003 von der Stimme Amerikas und dem Sender Freies Europa gegründete Radio Farda, ein rundes Dutzend klandestiner Sender mit den Ideen verbotener Exilorganisationen - welches Publikum sie erreichen, ist ungewiss. Sie werden auch durch Störsender überlagert.

Die Korrespondenten ausländischer Sender dürfen seit Montag nicht mehr auf der Straße arbeiten. Diese Art der Zensur ist selbst für Iran ungewöhnlich. Doch die britische BBC bekommt nach eigenen Angaben jede Minute fünf unzensierte Videos von Amateuren. Das Internet -23 Millionen der 67 Millionen Iraner haben Zugang - bietet trotz allen Zensur- und Blockierungsversuchen immer neue Um- und Auswege.

Über die Auslandssender kommen die Bilder und Berichte ins Inland zurück. Die vielfache Informationsmenge verbreitet sich über YouTube, Facebook und ähnliche Netze.


und die faz zeigt das innere ränkespiel an den iranischen machthebeln:

Während des Wahlkampfs hatte Ahmadineschad seinen Widersacher, den Milliardär Rafsandschani in einer Schärfe angegriffen, die in der Islamischen Republik unter Trägern des Regimes beispiellos ist. Rafsandschani drohte darauf Ahmadineschad, er werde dafür sorgen, ihn kaltzustellen wie es dem ersten Ministerpräsidenten nach der Revolution, Bandi Sadr, ergangen war. Ahmadineschad erwiderte die Drohung mit einer Drohung: Rafsandschani werde dann wie Ajatollah Montazeri, der abgesetzte Kronprinzen von Chomeini, kaltgestellt, der unter Hausarrest gestellt wurde. Rafsandschani verfügt über viel Geld und über funktionierende Netzwerke.

Immer stärker verdichten sich daher die Anzeichen, dass er sein Gewicht hinter die Kundgebungen wirft - nicht, weil sie Mussawi dienen, sondern weil sie Ahmadineschad in Bedrängnis bringen. Dabei kann er auf die Sympathie des hohen Klerus von Qom, dem religiösen Zentrum Irans, zählen und auf die Unterstützung der niederen Geistlichkeit. Denn nach Ahmadineschads Angriffen war Rafsandschani nach Qom gereist und hatte sich dort wenige Tage vor der Wahl die Unterstützung der Ajatollahs versichert. Ahmadineschad nutzt nun die Spannungen - wie er es schon bei anderen, zum Teil selbst geschaffenen Krisen getan hatte - zu seinem Vorteil. Er setzt zur Ausschaltung der Reformer und auch Anhänger Rafsandschanis an.

Es überrascht daher nicht, dass beide Lager unterschiedliche Begründungen für die Ausschreitungen vorschieben. Die Opposition macht für die Gewalt Mitglieder der Freiwilligenmiliz der Basidsch verantwortlich, die sich angeblich und deutlich sichtbar den Bart abrasiert hätten. Sie steckten Autos und Bushaltestellen in Brand, um die Proteste zu diskreditieren, behaupten Mussawis Anhänger. Dem halten die Anhänger Ahmadineschads entgegen, Mussawi bediene sich krimineller Elemente wie der in Iran verbotenen Terror- und Untergrundorganisation Mudschahedin-e Chalk.

Dienstag, 16. Juni 2009

zur lage im iran

ein interessanter link zu einem lesenswerten kommentar in der FR.

und etwas kurioses, von einem völlig durchgeknallten...

und mein senf dazu:


dudödeldi wrote @ Juni 16, 2009 at 12:02

die titutlierung der demonstranten als “Discomiezen, Drogenjunkies und Strichjungen” ist bedenklich, läuft sie doch darauf hinaus, den betreffenden das “mensch sein” abzusprechen, sie als nicht vollwertige “untermenschen” zu stigmatisieren, um sie dann im weiteren verlauf entsprechend “behandeln” zu können.

in frage kommt eigentlich nur die “kommunistische lösung”, wie sie beispielsweise von china bereits praktiziert wurde. in verbindung mit einem erziehungslager-system nordkoreanischer prägung kann darüber hinaus auch der langfristige erfolg der massnahmen sichergestellt werden.

Freitag, 12. Juni 2009

malte lemmings berliner abrechnung

hossa, der tagesspiegel-chef zieht mächtig vom leder und ist auch noch lustig dabei.

wenn man das "abschiedsgeld" des berliner senats für rückreisewillige zigeuner mit dem "begrüssungsgeld" der ossis vergleicht, fragt man sich nicht wirklich, was die bessere investition darstellt...

Freitag, 29. Mai 2009

Sachen gibt's, die gibt's gar nicht

beispielsweise eine stasiaktion im jahr 1998. schliesslich gibts die stasi seit 1990 nicht mehr, wie kann dann eine "fememord" auf die stasi zurückgeführt werden, wo es diese doch schon lange nicht mehr gibt?

es geht um diesen fall: grenzschützer (west) erschiesst 1962 grenzschützer (ost). notwehr sagen die einen, mord die anderen. so weit, so gut, so normal. so wars halt im kalten krieg.

dass der damalige grenzschützer (west) dann aber auf mysteriöse weise im jahr 1998 ums leben kommt, und alle spuren zur stasi führen, bzw zu dem, was da offensichtlich noch übrig ist, lässt einen erschaudern.

gibt es wirklich noch aktive seilschaften, die auftragsmorde an politisch "unpassenden" personen ausführen? soll man sich das so vorstellen, dass da ganze hit-teams im untergrund operieren? das wäre doch wohl ein grund, beunruhigt zu sein. nimmt man das "verschwundene" volksvermögen der ddr als massstab, könnte eine solche verschwörertruppe locker die nächsten 50 jahre aushalten.

was soll man also davon halten, dass in der bundesrepublik fehlgeleitete ex geheimdienstmitarbeiter eines verbrecherischen regimes weiterhin leute umbringen dürfen? ist da irgendwas schief gelaufen und was tun eigentlich die ermittlungsbehörden? oder sitzen die stasinskis auch dort noch fest im sattel?

Donnerstag, 21. Mai 2009

zum 60. der bundesrepublik: der fall ohnesorg

war bis gestern eigentlich klar.

west-berliner zivil-bullen-fascho, erschiesst 1967 einen unschuldigen anti-schah demonstranten und wird frei gesprochen. das war der ulitmative beweis für das faschistoide polizei-, justiz- und gesamtsystem der bundesrepublik - was folgt ist 1968, aufstand, revolte, RAF. und ein mythos, der eng mit den umständen des todes benno ohnesorgs verknüpft ist.

zu diesen umständen ("fascho-bulle", "dem liegenden in den hinterkopf geschossen") zählt auch die frage, ob der ruf "...SCHIESSEN!" - den zeugen erkannt haben wollen - nun ein lautstarker befehl eines polizeiführers in richtung des schussbereiten "fascho-bullen" war oder ob es der ausruf benno ohnesorgs war "bitte nicht schiessen" - da schon auf dem boden liegend, umringt von polizisten.

wenn man die artikel aus der vergangenheit liest, von TAZ bis FAZ, wird da alles mögliche unterstellt, nur eines nicht (und das fällt schon fast auf): STASI.

und nun, pünktlich zum geburtstag der BRD tauchen auf einmal die stasiakten des west-berliner "fascho-bullen" auf.

womit sich also die frage stellt: war es doch ein schiessbefehl? "los, kurras, SCHIESSEN!"

nur eben nicht von einem westberliner fascho-polizeiführer - sondern vom verbindungsoffizier des MfS?

das ist eher unwahrscheinlich - ganz sicher aber kann man jetzt sagen: dieser mord war nicht aus dem gedankengut eines faschistoiden west-polizisten geboren, denn dieser mann war überzeugter kommunist.

nun stehe ich seit jeher auf dem standpunkt: faschist, sozialist, kommunist: alles die gleiche denke, brüder im geiste und bei der wahl der mittel zur machterlangung und insbesondere des machterhalts geht man - bisweilen sogar gerne - über die leichen unschuldiger.

ABER, eben nicht der unterstellte systemimmanente pseudofaschismus der BRD trägt die verantwortung für die radikalisierung der studentenbewegung, sondern der postfaschistische ddr-faschismus ist schuld. und die alt-68er haben wieder ein argument weniger, ihre verirrungen und teilweise verbrecherischen akte zu begründen oder gar zu relativieren.

nein, nicht die fascho-polizei der BRD (deren vorgehen an jenem abend jedoch auch weiterhin als unverhältnismässig brutal zu gelten hat) war auslöser der studentenunruhen, sondern ein stasiagent. ob nun mit oder ohne stasi auftrag, das spielt hier gar keine rolle mehr. profitiert hat das unrechtssystem der DDR allemal von den vorkommnissen und es wurde propagandistisch ausgeschlachtet.

und insbesodere jetzt, wo die alten 68er spinner uns weiss machen wollen, dass der schuss auch von einem fascho bullen hätte kommen können, zieht es nicht mehr, denn der täter war kommunist, so wie die vielen systemgegner von damals und heute ebenfalls kommunisten waren, die maos kulturrevolution bejubelten (mehrere millionen tote, erschlagene, gefolterte, die in kz-gleichen umerziehungslagern verrotteten und auch heute noch verrotten), die in pol pot einen "befreier" kambodschas sahen, die in castro und guevarra ein vorbild sehen, obwohl (oder grade weil) sie persönlich hand angelegt hatten bei der exekution vermeintlicher regimegegner. was ist schon ein kopfschuss für einen regimegegner, verglichen mit dem kopschuss für ohnesorg?

achja, es gibt keinen unterschied. hier wie dort waren die täter kommunisten und die opfer unschuldige. und solche leute stellen sich zur wahl mit dem versprechen, die welt verbessern zu wollen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

world web site award 2009

ganz eindeutig ist diese seite der knüller.

www.helmut-ament.de


die videos sind schon hammerkrass, und die tatsache, dass man einfach nur 3000 dvd sets mit diesem gesülze vertickern muss, um millionär zu werden, ist frappierend.

man verkauft an leute, die noch dämlicher sind als man selbst. und das ergebnis dieser kopfraumhohlwäsche sieht dann so aus:



Herzlich willkommen bei
INfEA -
Institut für ErfolgsArchitektur


Unsere Architektur steht für den strukturierten
Aufbau eines komplexen Ganzen und beschäftigt sich
mit der Kunst des motivierten Schaffens und
Gestaltens von signifikant nachhaltig wirkenden
Erfolgen im Berufs- und Privatleben, durch mentale
und energethische Techniken.



wahnsinn...

Montag, 18. Mai 2009

ihr seid so blööööd

noch schlechter und unerfolgreicher als die mannschaft sind deren "fans", wie man an dieser szenerie sehen kann:

Nach der 0:2-Pleite in Bochum hat es eine Hundertschaft Eintracht-Fans nicht einmal geschafft, die Abfahrt des Frankfurter Mannschaftsbusses zu blockieren. Das war das Ziel des Mobs. Dummerweise postierten sich die aufgebrachten Anhänger an der falschen Ausfahrt - und mussten unverrichteter Dinge ihres Weges ziehen. Bei Eintracht Frankfurt, dieser Schluss liegt nahe, klappt momentan auch gar nichts.

der letzte versuch, den spielerbus aufzuhalten, datiert übrigens aus dem sommer 2001, da waren die erfolge noch umgekehrt verteilt: mannschaft abgestiegen, bus aufgehalten.

ich finde, so ist es schon besser...

Montag, 11. Mai 2009

richtig geil

is ja wohl auch das äh video?!



Icke und Er ihr erster Hit. Richtig geil!
Geh' ick mit meinen Kumpels in'n Club. Richtig geil.
Ha'ick keene Kumpels, keinen Club. Auch richtig geil.
Bin ich morgens jut drauf is det richtig geil.
Ha'ick urst scheiss Laune is det richtig geil.
Jibt et Rippe mit Gemüse sa'ick richtig geil
Jibt et korrekte Bratwurst. Find ick richtig geil.

Korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, det jeht ab hier
Korrekt, korrekt, jefällt ma, geht ab, wa?
Es jefällt ma so, es jefällt ma so, wa?

Ick und meine Homies is det richtig geil
Ick und keene Homies is det richtig geil
Ha'ick Stress zu hause. Is det richtig geil.
Ist zu hause allet ne Wolke. Richtig geil.
Ist Weihnachten und Ostern is det richtig geil.
Is irgendwat im November is det richtig geil.
Bin ick mal im Urlaub ist das richtig geil.
Bin ick in Berlin, Alter, richtig geil.

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Was geht ab, was geht ab, was?

Party hier, Party da. Richtig geil.
Nüscht los. Nüscht los. Richtig geil.
Ha'ick wat zu tun ist das richtig geil.
Ha'ick nie wat zu tun, hey richtig geil
Ick und ne jeile Villa is det richtig geil.
Ick in der ursten Butze is det richtig geil.
Ha'ick ne große Karre is det richtig geil.
Ha'ick nich mal nen Führerschein, Alter, richtig geil.

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Was geht ab? Es gefällt ma so.

Ick sach korrekt, Jungs, es geht ab.
Es ist richtig geil.

Ick sach korrekt Jungs, korrekt Jungs det jefällt ma so.
Ick sach es geht ab, es geht ab, es ist richtig geil
Ick sach, es geht ab, es geht ab, es ist richtig geil
Was geht ab?

Ha'ick nen ursten Job is det richtig geil.
Bin ich mal wieder auf Stütze, auch richtig geil.
Muss ich morgen in den Krieg, is det richtig geil
Kann ich noch ein bischen Playstation spielen richtig geil

Ha'ick ordentlich was zu tun richtig geil
Ha'ick nie was zu tun ick sach's euch richtig geil
Meine Mutti mies drauf sa'ick mir richtig geil
Is meine Mutti jut drauf find ich det auch richtig geil

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab Jungs
Korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab.
Ick sage mal so. Ähm.

Korrekt, korrekt, ähm, Jefällt ma, det ähm jeht ab
Korrekt, wa, korrekt, wieder mal, det jeht ab
Ick sage mal so korrekt
Det jefällt ma so, Det jefällt ma so.

Mittwoch, 6. Mai 2009

so ein unsinn

bevor es wieder gelöscht wird, sei es hier dokumentiert, siehe unten.

bei der faz sind wieder die experten unterwegs, und das klingt dann so:

headline: deutsche bank macht wieder gewinne

kommentar frankfurter rundschau (vom ressortleiter wirtschaft):

Sicher ist, dass das Casino lebt. Es wird gehandelt und gewettet, was das Zeug hält, allen Ankündigungen der Regierungen zum Trotz, die Märkte an die Kandare nehmen zu wollen.

Empörend ist die Uneinsichtigkeit Ackermanns, der nach wie vor an diesen hohen Renditen als Zielvorgabe hängt. Er will nicht einsehen, dass es im Kapitalismus einen schlichten Zusammenhang gibt: Je höher das Risiko, desto höher auch die Rendite - ganz langfristig natürlich, weil kurzfristig immer wieder horrende Verluste die zuvor eingefahrenen Renditen zunichte machen.

Negiert Ackermann glaubhaft, dass die Deutsche Bank riskante Geschäfte tätigt, dann gibt es nur noch eine weitere Erklärung für enorme Renditen: mangelnder Wettbewerb. Solange es Kartelle oder Monopole gibt, sind hohe Gewinne selbst ohne Risiko kein Kunststück. So einfach ist das.

In beiden Fällen ist die Politik gefordert. Anstatt Ackermann vorzuwerfen, die Deutsche Bank mache zu hohe Gewinne, sollte sie Vorkehrungen treffen, die das unmöglich machen. Also entweder die Marktmacht der großen Investmentbanken beschneiden, oder es müssen Vorschriften verschärft werden, hohe Risikopuffer zu halten, wenn die Renditen aus riskanten Wetten resultieren.

Eins ist gewiss: Die Regulierer haben noch viel zu tun, soll aus dem Casino wieder ein ordentlich funktionierender Kapitalmarkt werden.

jetzt soll auch noch der staat eingreifen und hohe renditen verhindern/verbieten.

so ein unsinn!!

die annahme, ein hoher gewinn ginge auch immer mit einem hohen risiko einher, ist eine milchmädchenrechnung. es gibt viele parameter, die über die höhe eines gewinns entscheiden, zum beispiel KÖNNEN. je besser ich es drauf habe, desto geringer ist das risiko, das ich eingehen muss, um ein bestimmtes ergebnis zu erreichen. umgekehrt geht das natürlich auch, wie man an kfw und landesbanken sieht.

statt einen der besten seines faches weltweit "uneinsichtig" zu nennen, sollte man lieber überlegen, ob man die privatbanken wirklich in die verantwortung von abgehalfterten politikern und subalternen politgünstlingen (und journalisten) geben will.